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Nachtlügen Cover Reveal + Schnipsel

Hallo ihr Buchherzmenschen!

Nachdem ich den gestrigen Tag auf der FBM verbracht habe (und dort ganz viele superliebe Menschen getroffen habe ♥), möchte ich euch jetzt gerne ganz offiziell das Cover von Nachtlügen zeigen!

Zu der Entstehung des Covers gibt es dieses Mal gar nicht so viel zu sagen, da der Stil von Nachtbeben beibehalten werden sollte und zumindest der Hintergrund demnach feststand. Des Weiteren musste natürlich auch wieder Natur mit drauf, denn die spielt in Nachtbeben und Nachtlügen dank der im Buch vorkommenden Wesen eine ganz besondere Rolle; aber einfach nochmal einen Baum? Das war mir zu langweilig, und deshalb ist es eine satte Wiese geworden – und im Hintergrund: London! Ich hatte ja bereits in einigen Textschnipseln verraten, dass der zweite Teil der Nacht-Reihe zu einem großen Teil in London spielt. Ihr erinnert euch vielleicht: Mason kam aus London … ob dieser Fakt allerdings überhaupt etwas damit zu tun hat, dass Emma und Jerry für eine Weile dort leben, oder ob das einen ganz anderen Grund hat, verrate ich noch nicht.

Und überhaupt: Wieso ist Emma mit Jerry in London? 😉

In Nachtlügen wird es ein paar neue Charaktere geben. Auch deshalb war der Settingwechsel sinnvoll, denn in London lernt Emma Menschen kennen, die ihr im verschlafenen Heysham oder an der Durchschnittsuni in Preston vermutlich niemals über den Weg gelaufen wären. Aber keine Sorge, natürlich werdet ihr auch bekannte Charaktere wiedersehen!

Wie in Nachtbeben wird es auch in Nachtlügen ein ernstes Thema geben, das die Handlung aus dem Hintergrund beeinflusst. Im ersten Band war es die Posttraumatischen Belastungsstörung, im nächsten Band wird es eine Depression sein. Keine Sorge, dieses Mal wird nicht Emma die Leidtragende sein 😉 Aber bei allem, was am Ende von Nachtbeben passiert ist, könnt ihr euch vielleicht schon denken, wen es getroffen hat …

Ich schreibe an Nachtlügen bereits seit etwa einem Jahr. Zwischendurch kamen zwei Projekte, die sich dazwischen gedrängelt haben (Splitterleben und Sternwärts), sowie ein weiteres, das bereits geplottet und bereits um die 40.000 Wörter stark ist. Das habe ich jedoch auf 2018 verschoben, weil ich mich vor meinem nächsten Fantasyroman gerne einem anderen Genre widmen möchte (es wird romantisch!).

Das Manuskript ist jetzt in den letzten Zügen und ich freue mich darauf, euch das fertige Buch Ende 2017 zeigen zu können! Bis dahin zeige ich euch garantiert noch den ein oder anderen Schnipsel und eine Leseprobe 🙂

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Schnipsel aus dem Prolog

Schnipsel Nummer 1

»Wir dürfen das nicht tun. Es ist zu gefährlich.«
Kierans Stimme klang seltsam distanziert. Ich blinzelte, um im Dunkel der Nacht seine Gesichtszüge erkennen zu können. Die hohen Baumkronen über uns schluckten das Licht des Mondes und die vom Sturm angetriebenen Äste dröhnten in meinen Ohren. Ich wusste nicht, was los war. Wovon redete er? Was durften wir nicht tun? Und was machte ich überhaupt mitten in der Nacht im Wald? Wie war ich hierhergekommen?
Ich trat an Kieran heran und streckte meine Hand nach ihm aus, er ließ sie jedoch unbeachtet in der Luft hängen. Verunsichert konzentrierte ich mich auf seine Augen, in der Hoffnung, einen Hinweis darauf zu erkennen, was mit ihm los war. Allmählich gewöhnte ich mich an das fahle Licht, das mir eine Mischung aus Wut und Enttäuschung in seiner Miene offenbarte. Ich hatte ihn in letzter Zeit wiederholt leicht reizbar erlebt, doch heute war es anders. Er war ungeheuer aufgebracht.
Ein Frösteln zog sich von meinen Schultern über meine Arme, allerdings spürte ich, dass meine Gänsehaut nicht von den kühlen Windböen herrührte, sondern von der eisigen Stimmung, die in der Luft lag.
»Verstehst du nicht, was ich sage?«, fragte Kieran und blickte mich ungeduldig an.
Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Ich hatte keine Ahnung, wovon er sprach.
Er seufzte schwer. Eine tiefschürfende Angst schlich sich in seine dunkelgrünen Augen. Es war ein Blick, den ich kannte und der Panik in mir auslöste. Genau so hatte er mich angesehen, als er mich vor Mason hatte beschützen wollen. Mason, von dem ich vor wenigen Wochen noch gedacht hatte, er wäre mein Freund. Jemand, dem ich vertrauen konnte. Und weil ich genau das getan hatte, war ein Unglück nach dem anderen passiert.

Schnipsel Nummer 2

Ich schloss meine Augen und sog noch einmal tief Luft ein. Sie brachte das Karussell in mir zum Stehen und half mir dabei, mich zu beruhigen. Sie war so rein, so frisch und so herrlich normal …
Doch dann stutzte ich.
Eine fremde süßliche Note mischte sich unter den Waldduft. Sie roch nicht angenehm; nicht so, wie Kieran üblicherweise duftete – nicht nach Bittermandel oder Bäckerei, der Duft, der ihn dank der Pflanzen, von denen er sich ernährte, umwehte. Diese fremde Duftnote brachte mich eher dazu, angeekelt die Nase zu rümpfen und meine Augen wieder zu öffnen, um herauszufinden, woher sie kam.
Das Laub hinter uns war derart aufgewühlt, als hätte jemand nach etwas gesucht. Vielleicht war es ein Fuchs gewesen, der auf Nahrungssuche das Unterholz nach Beute durchforstet hatte. Vermutlich war er erfolgreich gewesen und hatte einen Rest seines Abendessens dort drüben liegen lassen, was auch den fürchterlichen Gestank erklären würde, der immer intensiver zu uns herüber waberte.
Ich sah mich weiter um und erblickte etwa fünfzig Meter entfernt zwischen den dichten Baumreihen ein Lagerfeuer, dessen Rauch nun vom Wind in unsere Richtung getrieben wurde. Winzige Aschepartikel wehten an meinem Gesicht vorbei. Einige von ihnen glimmten noch und schimmerten magisch, so als ob jemand Glühwürmchen mit Glitzerstaub beworfen hätte. Wie schillernde Pailletten tanzten sie als flackernde Wölkchen durch die Luft und verschwanden zwischen den Baumstämmen in der Dunkelheit des Waldes.
Diese friedliche Szenerie passte überhaupt nicht zu dem Gestank, der immer beißender wurde. So stellte ich mir den Geruch vor, wenn jemand einen verwesenden Tierkadaver über dem Feuer röstete. Doch warum sollte irgendjemand so etwas tun?

Schnipsel Nummer 3

Ich schreckte hoch.
Das Licht der Straßenlaterne brach durch das löcherige Rollo in Jerrys WG-Zimmer und draußen auf der Straße hörte ich durch das gekippte Fenster den langsam erwachenden tosenden Verkehr. Das Dröhnen der schweren Lieferwagen vermischte sich mit dem zischenden Geräusch der sich öffnenden Bustüren.
Die ungewohnte Geräuschkulisse war ein komplettes Kontrastprogramm zu der Ruhe, in der ich mein ganzes bisheriges Leben in Heysham erwacht war, doch gleichzeitig beruhigte mich der Krach dort draußen, ähnlich wie das Brummen und Heulen des Staubsaugers einem unruhigen Baby Geborgenheit spendete. Ich war in Sicherheit.
Erschöpft strich ich mir eine verschwitzte Haarsträhne aus dem Mundwinkel und atmete tief durch. Ich war in London. Keine Spur von der schattenhaften Silhouette, dem Feuer oder dem beißenden Gestank. Statt Kieran erkannte ich Jerry neben mir, der sich unruhig hin und her wälzte.

 

Na, seid ihr neugierig geworden? 🙂

Alles Liebe,

Eure Jenna

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